GEDENKSTÄTTE UND MUSEUM SACHSENHAUSEN






Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936 / 1937 auf Befehl der SS von KZ - Häftlingen errichtet. Der Grundriss basierte auf einem sogenannten Idealplan, ein dreieckiger symmetrischer Aufbau mit fächerförmig um den Appellplatz gruppierten Baracken. Von ei-nem Punkt aus (Turm A) konnte das gesamte Lager überwacht werden. Dieses "Muster-Konzentrationslager" ist somit der architektonische Ausdruck von Kontrolle und Terror. Dem Lager Sachsenhausen kamen mehrere Sonderrollen im KZ - System zu, v. a. durch seine Nä-he zur Reichshauptstadt Berlin und der Gestapo - Zentrale. Die "Inspektion der Konzentrati-onslager", sie plante und organisierte die "Verwaltung" aller Häftlinge in den KZ, hatte hier ihren Sitz. Ebenso diente das Lager aus Ausbildungsort für das KZ - Kommandanten- und Bewachungspersonal. Bis zum Kriegsbeginn waren die Insassen fast ausschließlich deutsche Gefangene aus politischen oder rassischen Gründen. Ab dem Kriegsausbruch kam die Mehr-zahl der Häftlinge aus den okkupierten Ländern oder waren Kriegsgefangene. Das Lager war für 12.000 Menschen gebaut worden, durchschnittlich lebten 60.000 Menschen dort. 1941wurde mit dem Bau des Sonderlagers für prominente Insassen begonnen, in dem u.a. Martin Niemöller und der Sohn Stalins einsaßen. 1942 stellte man den Bau der "Station Z" fertig, ein Jahr später die Gaskammern. Damit wurde Sachsenhausen zum Vernichtungslager. Kurz vor der Befreiung des Lagers durch polnische und sowjetische Verbände am 22. und 23. April 1945, wurden 33.000 Insassen in Marschkolonnen Richtung Norden getrieben. 3.000 Gefangene überlebten den Todesmarsch nicht. Insgesamt saßen im KZ Sachsenhausen ca. 200.000 Gefangen aus 47 Nationen ein, etwa die Hälfte überlebte.
Von August 1945 bis 1950 diente das ehemalige Konzentrationslager als Speziallager der sowjetischen Militärverwaltung. Etwa 60.000 Häftlinge, Nationalsozialisten und "Klas-senfeinde" saßen dort ein. Mehr als die Hälfte von ihnen starben unter den unmenschlichen Haftbedingungen und wurden in Massengräbern bestattet. 1961 wurde ein Teil des Geländes zur Nationalen Mahn- und Gedenkstätte eröffnet, in der das sowjetische Speziallager jedoch keine Rolle spielte.
Nach der politischen Wende 1990 wurde das gesamte Ausstellungskonzept neu ausge-richtet. In dezentralen Ausstellungen auf dem Gelände wird die Geschichte des KZ Sachsen-hausen im Besonderen bis hin zur Geschichte des nationalsozialistischen Terrorsystems im Allgemeinen gezeigt. So konnte die Geschichte der einzelnen Opfergruppen in allen Ausstel-lungen integriert werden. Um die Authentizität des Ortes zu bewahren, werden erhaltene Ori-ginalgebäude und die von der DDR errichteten Anlagen saniert. Die Baracken 38 und 39, die 1992 durch einen Brandanschlag von Neonazis zerstört wurden, wurden wiederaufgebaut. In den verschiedenen Gebäuden werden derzeit unterschiedliche Ausstellungen gezeigt, z.B. über "Die Juden im KZ Sachsenhausen 1936 - 1945", über "Die Fälscherwerkstatt" und über"Das Speziallager Sachsenhausen 1945 - 1950".
Neben den Ausstellungen, der Nutzung von Bibliothek und Archiv, bietet die Gedenk-stätte pädagogische Betreuung und Führungen, sowie Seminare und Veranstaltungen an

Silke Jagodzinski



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Letzte Änderung: 30.11.2002, SM