FELIX-NUSSBAUM-HAUS


 


Am 16. Juni 1998 wurde der Erweiterungsbau des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück, ein eigens für das Oeuvre Felix Nussbaums errichtetes Museum, eingeweiht.
Seit dem 21. März 1999 ist nun die weltweit größte Sammlung der Werke des Malers in dem von dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskind entworfenen Felix-Nussbaum-Haus zu sehen, die zu den beeindruckendsten künstlerischen Dokumenten eines von den Ängsten und der Bedrohung der Shoah geprägten Lebens zählen.

Wie sonst kein Maler der ersten Jahrhunderthälfte hat Felix Nussbaum alle Erfahrungen der Jahrzehnte nach dem ersten Weltkrieg festgehalten und sich als Teil der Situation reflektiert, in die er als Jude durch die rassistische Ideologie des nationalsozialistischen Deutschland hineingestoßen wurde.
Von der beschaulichen Geborgenheit einer jüdischen Kaufmannsfamilie im provinziellen Osnabrück über den schnellen, dem Zeitgeist konformen Erfolg in der Kunstmetropole Berlin wurde das Leben des Malers mehr und mehr von der rassistischen Ideologie des nationalsozialistischen Deutschlands bedroht. Seine Bilder sind geprägt von Bedrohung und Orientierungslosigkeit in der Emigration, Kriegsdrohung und Bombenkrieg, Angst im Internierungslager, Isolation im Untergrund und Versteck. Am 9. August wird Felix Nussbaum in Auschwitz ermordet.
Dem Entwurf für den Neubau des Museums lag zugrunde, die einzelnen Gebäudeteile den wesentlichen Lebensstationen des Malers zuzuordnen. Dem Architekten ist es gelungen, unterschiedliche Raumcharaktere zu verwirklichen, die zu einer Symbiose mit dem Werk des Malers verschmelzen. Auf diese Weise bilden Architektur und Malerei eine Art Gesamtkunstwerk, das geradezu einmalig ist und den Besuch des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Christiane Weidemann




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Letzte Änderung: 30.11.2002, SM