JÜDISCHES MUSEUM
FRANKFURT AM MAIN


 





1922 wurde in Frankfurt das Museum jüdischer Altertümer im Geschäftshaus der Firma M.A. Rothschild & Söhne eröffnet. Das Museum stellte bis zu seiner Zwangsschließung 1938 jüdisches Kulturgut und kustgewerbliche Kultobjekte aus.

Das Jüdische Museum wurde 1988 in Frankfurt am Main eröffnet. Es befindet sich in einem Gebäudeensemble am Museumsufer mitten in der Innenstadt. Eines der beiden Häuser ist das sogenannte Rothschild-Palais, in dem die Bankiersfamilie von 1821 bis 1886 gelebt hat.

Obwohl man bei der Einrichtung des Jüdischen Museums in Frankfurt von einer ‘Wiedererrichtung’ sprach, setzt sich das heutige Museum ganz bewußt von seiner Vorgängerinstitution, dem Museum jüdischer Altertümer ab. Denn, so sagt der Direktor Georg Heuberger "unter den heutigen Voraussetzungen muß ein jüdisches Museum das Wechselverhältnis zwischen Juden und ihrer Umwelt selbst zum Gegenstand seiner Arbeit machen. Ziel dieser Arbeit kann nur sein, im Dialog mit den überwiegend nichtjüdischen Besuchern diesen die Geschichte anschaulich und verständlich zu machen."

Das wichtigste Ziel des Museums ist es den Dialog zwischen Nichtjuden und Juden im heutigen Deutschland zu fördern, in dem es das notwendige Wissen über die Geschichte, Kultur und Religion der Juden erforscht und anschaulich der Öffentlichkeit präsentiert. Die Vermittlung von Sachverhalten und der Bedeutung der ausgestellten Objekte steht also im Mittelpunkt der Dauer- und Wechselausstellungen.

Diesem Anspruch wird das Museum durch seine teilweise interaktive Präsentation gerecht. In den zwei Themenbereichen "Juden in Frankfurt am Main 1100-1800 bzw. 1800-1950" und "Jüdisches Leben - Jüdische Feste" werden die Inhalte mit Hilfe von Texttafeln, Fotografien, Rauminszinierungen, Dia-Schauen, Videofilmen, Computerprogrammen und original Objekten vermittelt.

Als Ergänzung kann sich der Besucher in der Bibliothek und Video- bzw. Audiothek mit weiterführender Literatur beschäftigen oder das Dokumentationszentrum und Bildarchiv nutzen. Das Museum bietet außerdem Begleitprogramme an, um seinem Ziel der Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden auch auf zwischenmenschlicher Ebene und im Gespräch näher zukommen.

Sonja Hans




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Letzte Änderung: 30.11.2002, SM