JÜDISCHES MUSEUM
BERLIN




Wenn das Jüdische Museum Berlin im Herbst dieses Jahres seine Dauerausstellung eröffnen wird, hat diese eine dreißigjährige Vorgeschichte. Bereits 1971 entstand die Idee zur Neugründung des 1933 eröffneten und 1938 durch den NS-Staat geschlossenen Jüdischen Museums in der Oranienburger Straße Es befand neben der Synagoge, an der Stelle des heutigen Zentrums Judaicum, das noch vor dem Mauerfall im Osten Berlins gegründet wurde.
Die Ausschreibung zum Erweiterungsbau, der die Jüdische Abteilung des Berlin Museums beherbergen sollte, gewann 1988 der polnischstämmige US-amerikanische Architekt Daniel Libeskind. Als elf Jahre später sein prägnantes Gebäude eröffnet wird, ist aus dem „Anbau“ das Haupthaus des nun eigenständigen Jüdischen Museums Berlin geworden.
In den folgenden achtzehn Monaten zählte der Libeskind-Bau bis zum Juni 2000 mehr als eine Viertel Millionen Besucher – selten zuvor wurde einem leeren Gebäude so viel Aufmerksamkeit zuteil. Dieses enorme öffentliche Interesse erklärt sich aus der gewagten und ungewöhnlichen Architektur des Hauses: Der blitzförmige Grundriss ist schon jetzt eines der Wahrzeichen Berlins geworden.
Es wurde sogar diskutiert, ob der Libeskind-Bau ohne Ausstellungsobjekte, sozusagen als eine einziges großes Ausstellungsstück die deutsch-jüdische Geschichte symbolisieren sollte. Diese Forderung ist nicht realisiert worden, aber die Gestaltung der Ausstellung zum Schicksal der deutschsprachigen Juden (nicht nur in Berlin, sondern in der ganzen Welt) wird dem Gebäude angepasst werden.
Bald wird dort nicht nur allein die Sammlung der Jüdischen Abteilung des Berlin Museums gezeigt werden, sondern Besitzer von Judaika und Objekten zur jüdischen Geschichte werden durch ihre Leihgaben eine besonders reichhaltig Dauerausstellung entstehen lassen.
Das Jüdische Museum Berlin ist jedoch weitaus mehr als ein klassisches Geschichtsmuseum: die angeschlossene Forschungs- und Dokumentationsstelle zur Geschichte der deutschsprachigen Juden soll Berlin zu einem der bedeutendsten Zentren jüdischer Kultur in der Welt machen.
Selten wurde einem Museum bereits vor seiner Öffnung so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem Jüdischem Museum und mit ebensolcher Spannung kann auf die Einweihung seiner ersten Ausstellung gewartet werden.


Daniel Steinbach




Das Copyright liegt bei den AutorInnen

[ Geographische Übersicht der Museen ]  [ Alphabetische Liste der Museen ]

[start] [koffer] [katalog] [theorie] [literatur] [links] [teams] [kontakt]
Letzte Änderung: 30.11.2002, SM