STIFTUNG "NEUE SYNAGOGE BERLIN - CENTRUM JUDAICUM"
- Adresse:
Oranienburger Str.29-30,
D - 10 117 Berlin-Mitte
Info-Tel. (07541) 3801-33, Fax (07541) 3801-81
- Öffnungszeiten:
So bis Do 10.00 – 17.30 Uhr
Fr 10.00 – 13.30 Uhr
- Eintritt:
DM 6.- , ermäßigt DM 3.-
In der größten Synagoge der jüdischen Gemeinde in Berlin vor 1933 ist seit 1995 ein Museum untergebracht. Die ständige Ausstellung trägt den Titel „Tuet auf die Pforten...“ . Das ist der Beginn eines Jesajawortes, das über dem Eingang zur Synagoge steht. Vollständig lautet es, „...daß einziehe das gerechte Volk, das bewahret die Treue.“ 1866 konnte dieses Volk in die neue prächtige Synagoge an der Oranienburger Straße einziehen und damit dem jüdischen Leben in Berlin ein angemessenes Zentrum verleihen. Die Errichtung und der Bezug der neuen Synagoge war ein Zeichen des neuen Selbstbewußtseins der Juden.
Eine Touristenattraktion war sie, die neue Synagoge.
Es gab auch Kritiker. So empfanden einige orthodoxe Juden das neue Gotteshaus als ein „...schönes Theater, aber keine Synagoge...“. Auch gab es Antisemiten, die sich von der Pracht eines jüdischen Gotteshauses mit einer strahlenden Kuppel provoziert fühlten.
Nicht lange durften die Juden mit ihrem wunderschönen Gotteshaus leben. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 bewahrte der Polizeivorsteher Wilhelm Krützfeld das Gebäude vor dem Schlimmsten. Es kam mit Brandschäden im Inneren davon. Im März 1940 fand der letzte Gottesdienst statt. Im November des selben Jahres zerstörten Bomben von britischen Luftangriffen die Synagoge.
Dann stand das jüdische Leben in der Oranienburger Straße lange still.
Im Zuge von Gedenkveranstaltungen zum 50.sten Jahrestag der Zerstörung wird 1988 die Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ gegründet. Diese soll die Teilrestaurierung der zerfallenen Synagoge in die Hand nehmen.
Die Aufräumarbeiten beginnen. Fragmente der Einrichtungsgegenstände tauchen in den Trümmern auf. Sie sollen Teil der Ausstellung werden.
In die einstige Pracht zurückversetzt werden die Fassade und die goldene Kuppel. Sie prägen einst wie jetzt das Bild der Oranienburger Straße.
Das Museum stellt jüdisches Leben nicht reduziert auf den Holocaust dar, sondern umfaßt jüdische Identitäten danach. Der Holocaust wird als ein Bruch gesehen, jedoch nicht als Abbruch.
Die Diskontinuität wird ausgedrückt in der Teilrestaurierung des Gebäudes und mit den Fragmenten der Einrichtungsgegenstände, die in Modelle der einstigen Formen integriert sind. Der Verlust, der in diesen Räumen, in der unmittelbaren Umgebung und in Europa stattgefunden hat, soll sichtbar gemacht werden.
Teil der Ausstellung ist die in den Boden eingelassene Abbildung der Straßen des Viertels um die Synagoge. Das sind die historischen Orte jüdischen Lebens und es sind nahe Orte. Die Geschichte wird in Beziehung zum gegenwärtigen Berlin gesetzt.
Stereotypen Vorstellungen von jüdischer Identität werden durch die Dokumentation einzelner Biographien die Facetten jüdischen Lebens entgegengehalten. Das Museum will identitätsstiftend wirken.
Nora Bauer
Das Copyright liegt bei den AutorInnen
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Letzte Änderung: 30.11.2002,
SM