MUSEUM DER KOMMUNIKATION
BERLIN








Nachdem ich oft genug an dem prunkvollen Bau aus Kaiser Wilhelms Zeiten vorbei fuhr, interessiert das blaue Leuchtschriftband verfolgt hatte auf dem immer wieder neue Kombinationen von Worten neue Sinnzusammenhänge ergeben, beschloss ich endlich mir das Museum von innen anzusehen. Schon bevor ich das große Eingangsportal betrete, beginnt der Museumsbesuch. Welch eigenartige Geräuschkulisse an der Leipziger Straße, Marktgeräusche, Musik, Stimmengemurmel, obwohl da gar keine Leute sind?.
Ich gehe meinem Ohr nach, wandere von Fenster zu Fenster, von wo die eigentümlichen Geräusche herkommen und bin für einen Moment in einer anderen Welt.
Schliesslich im Museumsinnern, gelange ich über eine Treppe zu einem runden Lichthof, in dem wieder eine Überraschung wartet."Schön, das Sie da sind!" begrüßt mich ein ganz und gar sonderbarer Mitarbeiter und spielt mir einen riesengroßen roten Ball zu, es ist ein Roboter. Neben den zurfrieden dreinschauenden und bisweilen mitspielenden Museumswärtern düsen insgesamt drei dieser mechanischen Wesen durch den Lichthof. Roboter wie aus einem 60-er Jahre Bilderbuch. Der eine, sein Kopf stellt eine Waage dar, monologisiert freundlich und unaufdringlich über Architektur und Geschichte des Hauses. Ein anderer mit einer Art Staubsauger auf dem Kopf, ist ein besonders kommunikatives Wesen, quatscht alle an und will immerzu spielen. Wenn niemand mitmacht, gleitet er davon und spielt alleine weiter. Der zweite Geselle, der mich sehr an eine Frisierhaube erinnert, erzählt mir etwas von einer Schatzkammer im Keller und dorthin gehe ich dann auch. Einen kurzen Moment der Überwindung kostet es in diesen fast nachtdunklen Raum im Bauch des Museums zu treten, vielleicht ins Allerheiligste vorzudringen, aber ich werde belohnt. 16 schwarze Säulen beherbergen verschiedenste Schätze aus aller Welt. Sobald ich an eine Säule herantrete, taucht das Ausstellungsstück aus dem Dunkeln auf, wird erleuchtet und damit sichtbar.
Eine Stimme erzählt lebhaft über das, was sich vor meinen Augen auftut. Z.B. über das Fadentelefon von Joseph Beuys von 1974, oder aber vom 1. Fernsprecher von Philipp Reis von 1863. Moderne Kunst neben originalen Gebrauchsgegenständen finden sich hier genauso wie berühmte Briefe und Briefmarken. Ehrlichgesagt hätte ich nie gedacht, dass ich mich je für irgendwelche Briefmarken-Fehldrucke erwärmen könnte, aber die Art und Weise der Präsentation und die Unterschiedlichkeit der Exponate fesseln mich derart, dass ich erst wieder den Raum verlasse, nachdem ich jede einzelne Säule bestaunt habe.

Vielleicht ist es die scheinbar ungeordnete Art der Präsentation dieses Museums, die den Museumsbesuch so kurzweilig und spannend gestaltet:
denn die Exponate sind nicht chronologisch geordnet und vor allem nicht rückwärtsgewandt auf Geschichte, sondern vielmehr gegenwarts- und zukunftsorientiert zu verschiedenen Themenkomplexen zusammengestellt. Aber mehr soll an dieser Stelle nicht gesagt werden, dann können Sie selbst auf Entdeckungsreise gehen. Mehr Informationen unter: www.museumsstiftung.de

Jan Kawretzke und Martina Kneis




Das Copyright liegt bei den AutorInnen


[ Geographische Übersicht der Museen ] [ Alphabetische Liste der Museen ]

[start] [koffer] [katalog] [theorie] [literatur] [links] [teams] [kontakt]
Letzte Änderung: 30.11.2002, SM