KINDERMUSEUM / TROPENMUSEUM
AMSTERDAM


 

Das Kindermuseum in Amsterdam ist Teil des Tropenmuseums und arbeitet schon seit mehr als 25 Jahren mit interaktiven Ausstellungsformen. Mittlerweile wirbt das Museum damit, das größte kulturelle Event in den Niederlanden zu sein. 1997 hat es als erstes Kindermuseum den europäischen Museumspreis gewonnen. Die letzte Ausstellung Indianen van het Hoge Land (1997-2000) Über Einheimische der Anden in Bolivien erreichte eine Besucherzahl von Über 74.000!
Kinder im Alter von 6-12 Jahren werden nicht nur anhand faktischer Daten, sondern Über ein aktives Miterleben und Mitgestalten mit anderen Kulturen vertraut gemacht. Sie sind es, die die Ausstellung lebendig gestalten. Der Besuch soll vor allem Spaß machen. Bei der Ausstellungskonzeption sind immer Angehörige der jeweilig vorgestellten Kultur beteiligt. Bei der laufenden Ausstellung über die Asante in Ghana wurde, wie bei allen vorherigen Projekten, ausgiebig im Land recherchiert. Man hat mit in den Niederlanden lebenden Ghanaern sowie Politikern und diversen Institutionen aus Ghana zusammengearbeitet. Diese einzigartige interdisziplinäre, aber vor allem internationale Teamarbeit, beabsichtigte eine annähernd authentische Darstellungsweise und einen sensiblen Umgang mit anderen Kulturen.
Es gilt das hands-on Prinzip. Alle Objekte dürfen angefasst werden. Wie die Erfahrung zeigt, gehen Kinder sehr behutsam mit Ausstellungsstücken um, sobald sie als Person ernst genommen werden. Kinder sollen hier außerdem nicht nur die Rolle des passiven Zuschauers einnehmen, sondern sich in den Darstellungsprozess integrieren und ihre Ideen einbringen. Dies gelingt, da bewusst eine Klassenzimmeratmosphäre vermieden wird. Geschichtenerzähler, Schauspieler und Tänzer arbeiten mit den Kindern zusammen. Letztere erfahren wie Kulturüberlieferung in mündlich orientierten Gesellschaften aussehen kann und können diese mit ihrem eigenen Umfeld verbinden.
Mit den hier praktizierten Arbeitsmethoden soll ein Problembewusstein für das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft gefördert werden. So entstehen Respekt und Toleranz vor allem durch den intensiven Kontakt und durch Kenntnisse Über die verschiedenen Kulturen.
Am Ende können die Kinder ihre Eltern als Experten durch die Ausstellung führen. Durch diesen Rollentausch werden sie nochmals verstärkt in das Thema einbezogen und sensibilisiert. Wie Umfragen gezeigt haben war der Museumsbesuch für viele Kinder ein nachhaltiges und unvergessliches Erlebnis.

Sonja Thiede




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Letzte Änderung: 30.11.2002, SM